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"Ich tanke endlich einmal Kraft"


Berichterstattung in der örtlichen Tageszeitung:

 

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"Neue Richtlinien bei der Bewilligung von Mutter-Kind-Kuren: St. Ursula spricht Frauen Mut zu

Willkür und Beliebigkeit: Der Bundesrechnungshof hat den Krankenkassen bei der Bewilligung von Mutter-Kind-Kuren in seinem Prüfbericht ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Neue Richtlinien sollen für Klarheit beim Umgang mit den Anträgen sorgen. Die Mutter-Kind-Klinik St. Ursula in Winterberg macht Müttern Mut.

 

"Stellen Sie den Antrag", fordert Klaus Tintelott die Frauen öffentlich auf, sich künftig beim Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur nicht einschüchtern zu lassen. Der Leiter des Referates Kur- und Erholungsbeihilfen des Caritasverbandes im Erzbistum Paderborn, blickt optimistisch in die Zukunft: "Die Bewilligungspraxis wird besser." Der Caritasverband ist Träger der Einrichtung in Winterberg, die mit 119 Betten 44 Familien Platz bietet.. "Wer hier war, geht positiv gestimmt nach Hause."

 

Heike Oppermann, 43 Jahre als, aus Recke im Kreis Steinfurt und Nicole Hennessy, 27 Jahre als, aus Voerde im Kreis Wesel, können ihren Aufenthalt noch nicht abschließend beurteilen - dafür ist es zu früh. Aber, das ist offensichtlich, die beiden Frauen fühlen sich wohl, atmen durch. "Ich tanke endlich einmal Kraft", sagt die 27-jährige, die ihren Sohn Jeremy, ein Jahr alt, alleine erzieht :"Hier wird mir so viel abgenommen. Keine Schlepperei beim Einkaufen, kein Kochen. Nichts. Ich habe Zeit für mich, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen." Der Junge wird betreut, nimmt die Mahlzeiten mit ihr ein, schläft bei ihr und muss seine Mutter nicht vermisssen, wenn er nach ihr ruft. Die Mütter sind froh über die Entlastung. Der Druck fällt von ihnen ab, und die Symptome der Erschöpfung klingen ab.

 

Die Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung, Ernährung und Bewegung stehen im Blickpunkt des dreiwöchigen Aufenthalts.
"Viele Frauen erfahren hier zum ersten Mal die Natur", sagt Klinikleiterin Andrea Twardella. "Manchmal waren sie noch nie im Wald."
In der Regel seien die Frauen zu Beginn der Kur so erschöpft, "dass sie nicht in der Lage sind, Hilfe anzunehmen. Oft werden Mutter und Kind in der ersten Woche krank." Neben der persönlichen Not liegt nicht selten ein unwürdiges Prozedere der Krankenkassen im Umgang mit ihren Mitgliedern bei der Kurbewilligung hinter ihnen.

 

Von den neuen Richtlinien versprechen sich alle eine Verbesserung.
"Sie kommen dem Gleichheitsanspruch der Versicherten entgegen", sagt Ann Martini, stellvertretende Sprecherin des GKV-Spitzenverbandes in Berlin. "Wir erhoffen uns davon, dass medizinisch gleiche Fälle medizinisch gleich entschieden werden." Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken, hofft, "dass es in Zukunft gerechter zugeht".
Bislang sei der Eindruck entstanden, dass die Kuranträge zurückhaltend bearbeitet worden seien. Und bei einer Ablehnung habe in der Vergangenheit nicht jeder den Mumm gehabt, schriftlich Widerspruch einzulegen: "Wenn sich nichts an der Praxis ändert, muss die Politik den Druck erhöhen und den Kassen die Entscheidungskompetenz abnehmen." Dem Verband gehört nach seinen Angaben ein Drittel der Einrichtungen und die Hälfte der Betten für Mutter-Kind-Kuren.
"Aus unserer Sicht", sagt Anne Schilling, Bundesgeschäftsführerin des Müttergenesungswerkes, "bedeutet die Vereinbarung eine Trendwende. Wir gehen von deutlich weniger Ablehnungen aus." Sie hält es für einen Systemfehler, dass die Krankenkassen über die Kur entscheiden und sie auch bezahlen müssen. Der Medizinische Dienst wird von den Krankenkassen bezahlt. Und der so bezahlte Gutachter kommt, das ist allen Beteiligten klar, seinem Auftraggeber entgegen. Das Müttergenesungswerk will in den 1400 Beratungsstellen nachfragen, ob es eine Wende gibt. "Wenn Richtlinien nicht greifen", sagt Anne Schilling, "sollten qualifizierte Ärzte die Entscheidung treffen. Der Weg bleibt uns noch." "